20.03.2025 – Martinique: Tagesausflug St. Anne. Der letzte Tag

Wir schlafen gemütlich aus, bis alle Finger gleich lang sind. Wie immer sind Martin und ich als erste mit dem Kaffee auf Deck. Aber Bettina und Heike kommen auch kurz danach aus den Federn. Wir beobachten das Treiben am Steg.

Die besten Kräfte kümmern sich um den Algenbart am Dinghy,

während wir das letzte Frühstück auf dem Boot machen. Es gibt nochmal ein richtiges mit allem Drum und dran. Martin hat frisches Baguette und Croissants geholt und wir vernichten alle Reste aus dem Kühlschrank.

Dann machen wir uns ausgehfein und tapsen zum Bus.

Wir fahren nach St. Anne, eine schöne Bucht, die wir schon beim Einlaufen gesehen haben. Wir wollen den Tag noch einmal ohne Stress und Sehenswürdigkeiten geniessen.

Wir geniessen die Busfahrt, als plötzlich alle Handys im Bus anfangen zu klingeln.

Es kommt tatsächlich ein Übungsalarm zur Evakuierung im Fall eines Tsunamis herein. Ähnliches haben wir schon in Griechenland erlebt. Nur dass da die Unwetterwarnung keine Übung war.

Wir laufen den Strand bis zum Ende entlang und suchen uns dann eine kleine Strandbar.

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Wir nehmen eine Runde alkoholfreie Drinks, es ist noch zu warm für Rum.

Dann geht es wieder den Strand hinunter. Nebenbei werden noch die Tigerfüsse verwewigt.

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Warten auf den Bus. Wir wissen nicht so genau, wann er kommt.

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Zurück in der Marina vernichten zum Sundowner den letzten Rum.

Dann gehen wir heute eine andere Bar. Heisser Stein ist angesagt. Wieder sehr lecker gegessen, rollen wir zum Schiff.

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Morgen früh ist packen angesagt. Danach die Schiffsübergabe, wenn alles von Bord ist. Es war noch mal ein toller Tag zum Abschluss einer tollen Reise.

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19.03.2025 – Martinique: Saint-Pierre – Le Marin

Wir haben zwar heute auch wieder über 30 Meilen vor uns, sind aber erst gegen 1500 in der Marina angekündigt. Also können wir bis 0630 schlafen 🙂

Bettina und Martin nehmen noch ein letztes Bad im Karibischen Meer und um 0900 legen wir von der Boje ab. In der Bucht ist noch Ententeich, weiter draussen kommt dann aber Wind, nur leider aus der falschen Richtung. Also bleiben die Segel drin und wir dieseln gen Süden zur Marina.

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Ich hab zwischendrin die Krise und muss ein Powernapp einlegen.

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Im Süden kommen wir noch am «Rocher du Diamant» vorbei, eine Sehenswürdigkeit der Insel, die von den Briten im Napoleonkrieg als Festung genutzt wurde und immer mal wieder in anderen Händen war.

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Wir haben nun alle genug vom Dieselwind und freuen uns, als wir in die Nähe des Ziels kommen.

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Die Bucht ist riesig und neben der grossen Marina gibt es auch unglaublich grosse Bojenfelder. Wie immer werden wir an der Tankstelle abgeholt und an den Liegeplatz gebracht.

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So geht also unsere 8-Wochen-Reise mit folgender Bilanz zu Ende:

Total SM: 686, davon leider nur 187 gesegelt. 157 Stunden waren wir aktiv mit dem Schiff unterwegs.

Die Marina ist sehr modern, mit Mooringleinen und sogar Absauganlagen direkt am Anleger. Weniger Freude hatten sie an unserem nachgezogenen Dinghy, das gehöre auf’s Schiff (wenn es denn nur nicht so gross und schwer wäre…). Also bleibt es vorn am Bug. Wenn alle Plätze belegt werden, müssen wir es hochnehmen. Da ja aber unser Dinghy in der Marina in Guadeloupe komplett grün geworden ist und unter dessen hinten einen «Bart» hat frage ich einen der Menschen, ob sie das wirklich wollen (macht ja das ganze Schiff dreckig!). Er werde sich mit dem Chef besprechen und morgen Bescheid geben.
Es gibt ein Anlegebier und ich mache dann eine kurze Runde ins Dream-Yacht Office.
Der Checkout soll erst am Freitag stattfinden, also haben wir nun wieder Zeit für uns und die Gegend. Das Taxi für den Flughafentransfer bestellen wir gleich noch, dass das dann mal sicher klappt. Auf dem Boot wird noch der letzte Rum vernichtet und dann macht sich Hunger breit. In der Marina gibt es die Bar KokoaRum, schön bunt und typisch karibisch.
Dort gibt es erstmal einen Planteur und später dann noch leckere Burger.

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Alt werden wir nicht – kurz nach 9 sind alle im Bett…

18.03.2025 – Martinique Saint-Pierre

Nachdem wir gestern beschlossen haben, dass wir doch nicht weiter südlich gehen, sondern morgen dafür einen längeren Schlag machen, wird erstmal richtig ausgeschlafen. Martin und ich stehen trotzdem kurz vor 00700 Uhr auf. Bettina und Heike kommen eine nach der anderen aus dem Bett gekrochen. Nebenan schreien zwei Möwen auf einem Fischerboot um die Wette.

Schnell haben wir den Tagesplan fertig, und es gibt wieder mal ein richtig ausgedehntes Buchtenfrühstück, mit allem was dazu gehört. Dann wird der Diesel aus den Reservekanistern noch umgefüllt, damit wir morgen sicher genug im Tank haben. Blöd, wenn man ohne Tankanzeige unterwegs ist und nur grob schätzen kann, wieviel Diesel der Motor verbraucht.

Direkt am Anlegesteg ist der Marché de St. Pierre, ein kleiner Markt mit vielen Ständen. Bettina ergattert ein paar Gewürze und ca. 40cm lange Zimtstangen. Sowas haben wir überhaupt noch nicht gesehen.

Weiter geht es in der Gluthitze – gefühlt 35° laut Wetterbericht – zum Gedenkmuseum über den Vulkanausbruch 1902.

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Bei dem Ausbruch wurde die gesamte Stadt völlig verbrannt und bis auf 2 Überlebende alle 28’000 Einwohner unter der Asche begraben. Sehr eindrückliche Geschichte. Man sieht noch ein paar Mauern aus dieser Zeit.

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Nachdem wir die herrlich klimatisierten Räume wieder verlassen und uns vom Hitzeschock erholt haben, geht es weiter zum Busbahnhof.

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Unserem Dinghy geht es noch gut. Wir mussten es nach oben binden, damit es nicht unter den Ponton gesaugt wird.

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Wir fahren mit einem kleinen Bus in das nächste Dorf Le Prêcheur. Laut Reiseführer mit vielen kleinen Restaurants in einer herrlichen Landschaft. Genau das richtige.

Der Bus ist zwar eng, aber gut belüftet. Und so kommen wir nach 20 Minuten an. Es gibt eine Kirche direkt an der Haltestelle.

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Wir streifen durch den Ort und finden keines der Restaurants geöffnet. Dafür noch einen Leuchtturm und eine interessante Brücke.

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Und wir haben Durst. Schlussendlich finden wir ein kleines Bistro.

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Nach der ersten Runde Eistee mit viel Eis, folgt eine Runde Planteur.

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Es sitzt sich sehr gemütlich und wir haben Zeit und wollen nicht hetzten. Der Bus fährt jede Stunde praktisch direkt vor der Haustür.

Es folgt eine 2. Runde Planteur und wir bestellen noch 2 Portionen Accras als Snack dazu. Heike begnügt sich mit dem Salat, während wir die Fischbällchen vertilgen. Dann geht es mit dem Bus zurück. Zum Glück sind wir ein paar Minuten früher an der Haltestelle. Er war überpünktlich 5 Minuten zu früh. Und wenn niemand an der Haltestelle steht und winkt, dann fährt er durch.

Heike und Martin gehen noch ein paar Dinge einkaufen, bevor wir uns auf den Weg ins Restaurant machen.

Eigentlich war angedacht, dass wir rechtzeitig zurück sind, um noch eine Runde zu schnorcheln. Rund um das Bojenfeld sind Statuen, Wracks und andere interessante Dinge unter Wasser. Leider keine Chance. Ein bisschen schade. Wir haben das gestern schon auf heute verschoben und heute Morgen auf den Nachmittag. Aber es wird so schnell dunkel, dass es nur eine Hetzerei geworden wäre.

Es ist kurz nach halb sechs und wir gehen zum Sundown in die Strandbar direkt hinter unserer Boje…

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… und wir beginnen den Abend mit einer Runde Planteur.

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Nachdem die Sonne unten ist, machen wir uns auf den Weg ins Restaurant. Heute essen wir elsässisch.

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Heike nimmt Eisbein, ich ne Entenkeule mit Sauerkraut. Es schmeckt fantastisch gut.

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Martin wählt Entrécôte und Bettina Käsespätzle. Europa pur 🙂

Dann geht es gemütlich zurück auf das Schiff und nach einem Absacker im Cockpit gehen wir kugelrund und müde in die Koje. Morgen ist die letzte Überfahrt in die Marina.

17.03.2025 – Roseau – Martinique: Saint-Pierre

Die letzte Überfahrt steht an, also wieder um 5 aufstehen…
Die morgendliche Routine sitzt und pünktlich 0630 legen wir ab Richtung Martinique. Ententeich…

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Das Gross nehmen wir hoch und hoffen auf ein bisschen Wind aus der richtigen Richtung.
Kurz hinter Dominika entdecken wir eine grosse Delphinschule. Sie sind leider etwas zu weit weg und lassen sich von unserem Motor nicht anlocken. Aber sie springen wie wild und wir beobachten sie aus der Ferne.
Ein schönes klassisches Segelschiff kreuzt auch noch unseren Weg.

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Gegen Mittag brauchen wir Schatten auf dem Schiff – es ist so heiss und die Sonne knallt runter. Also Gross runter und Bimini auf.

Ein Stündchen später setzen wir das Gross nochmal, aber viel hilft es nicht. Kurz vor Martinique dreht der Wind und es kommt ein bisschen mehr. Wir nehmen das Gross runter und setzen die Genua. Eine komplette Meile schaffen wir unter Segel bei 8 kn Wind – dann geben wir auf!

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Unser Ziel für heute ist St. Pierre im Nordwesten der Insel.

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Es liegen hier eine Menge von Wracks bei einem Riff und dieser Bereich ist zum Ankern gesperrt, aber sehr beliebt bei Schnorchlern. Als wir näher kommen sehen wir ein grosses Bojenfeld und ruck zuck waren wir dran und fest. Es waren aber auch wieder Bojen, die man praktisch nicht hochziehen konnte. Aber zu zweit haben es Uwe und Martin gut im Griff. Ankerbier!
Während dessen kommt ein grösserer Kat mit einem Pärchen drauf. Er bekommt die Boje allein nicht hoch und dann stehen sie da, drehen Kringel, stehen wieder…
Uwe will helfen und fix wird das Dinghy parat gemacht. So schnell waren wir noch nie! Er fährt rüber und hilft ihnen.
Kaum ist er zurück kommt der Hafenmeister und meint, wir müssen eine andere Boje nehmen – diese sei reserviert. Es gibt hier 3 Arten von Bojen: Die grün beschrifteten sind bis 11ft, die blauen bis 13 und die roten bis 15ft. Wir hingen an einer roten und wechselten dann zu einer blauen. So lagen wir sogar noch dichter am Dinghydock und an der Stadt.

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Wir haben beschlossen, dass wir hier einen Tag bleiben und in einem Rutsch dann von hier aus in die Marina fahren. Wir liegen hier super und man kann von hier aus auch was unternehmen.
Wir machten uns dann auf gen Land. Das Dinghydock ist eigentlich an der Seite des Fähranlegers und dementsprechend hoch. Wir mussten das Dinghy recht hoch binden, damit es nicht unter den Anleger gezogen wird. Aus- und Einsteigen eher abenteuerlich.
Wir wurden den Müll los und machten uns auf in die Capitaneria, um die Boje für die 2 Tage zu zahlen. Sie bieten in der Bucht einen gratis Absaugservice für Grau- und Schwarzwasser an sowie liefern Wasser direkt ans Boot (100L für 2.50) – super Sache und das haben wir hier so noch nie gesehen.
Im gleichen Raum ist auch das Touristoffice mit 2 Damen am Schalter. Bettina versucht für den nächsten Tag was zu organisieren, aber leider erfolglos. Die Damen haben keine Lust, die Touristen zu unterstützen. Geführte Standardtouren gibt es nicht, ein Hop-in – Hop-out Flyer liegt dort zwar, aber das Angebot gibt es nur, wenn Kreuzfahrtschiffe da sind – morgen nicht! Ein englisch sprechender Taxifahrer, der morgen Lust hätte, ist auch nicht aufzutreiben. Also zotteln wir genervt von dannen und erledigen erstmal unseren Einkauf.

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Der wird dann auf’s Schiff gebracht. Ein Hupf ins Wasser und Schlachtplan für morgen. 1902 wurde die Stadt von einem Vulkanausbruch komplett ausgerottet und zu dem Thema gibt es ein Museum – das wollen wir mal sicher mitnehmen, der Rest ist noch offen.
Anbetrachts des Dinghydocks beschliessen wir, ein Restaurant direkt am Strand zu nehmen, wo wir direkt mit dem Dinghy auf den Strand können. Gesagt getan, wir landen an und sitzen schön.



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Das Essen ist hier leider mittelprächtig. Bettina’s Fisch und mein Hühnchen waren zu lange auf dem Grill und sind halb schwarz und trocken. Die Beilagen sind bei allen gleich – trocken und fad. Die Männer sind zufrieden. Naja – bisher haben wir immer super gegessen!

Wir zahlen und machen uns auf den Heimweg. Unterdessen gibt es ein bisschen Schwell und das Ablegen ist nicht so einfach. Wir bieten wieder etwas Unterhaltung für die anderen Gäste, aber irgendwann kommen wir mit den Paddeln dann auch weg. Mehr oder weniger nass an Bord angekommen gibt’s noch einen Schlummi und wir freuen uns, dass wir morgen ausschlafen können!